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Filmbesprechung: „Gegen jeden Zweifel“

Moral oder Unmoral


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Fotograf: sophie
 (© Eckdose)

„Wie weit darf man für die Wahrheit gehen?“ fragt scheinheilig der Anreißer auf dem Deckel des Filmes „Gegen jeden Zweifel“. Das ist zugleich die Frage, die der Fernseh-Reporter C. J. Nicholas stellt. Er glaubt herausgefunden zu haben, dass der Staatsanwalt Mark Hunter – welch sprechender Name! – Beweise fälscht, um somit seine Erfolgsquote zu erhöhen. Es scheint als Regel zu gelten, dass, wer einmal von Hunter angeklagt ist, mit Sicherheit hinter Gitter wandern wird. Diese Regel will überprüft werden, so die Handlung.

Gut™ vs. Böse™

Der Film von 2009 lebt von einer Mischung aus Thriller-Spannung, kriminalistischem Spürsinn und der Frage nach Moral. Die Seiten Gut™ vs. Böse™ sind klar verteilt: Auf der Seite des Guten kämpft der Investigativ-Journalist Nicholas, der einmal einen Preis gewonnen hat für eine Doku über eine minderjährige Drogenabhängige, die schwanger war. Ihm zur Seite steht Kollege Corey Finley. Er verkörpert die Rolle des besten Freundes, der immer ein bisschen vorsichtig sein will, ein wenig auf dem Weg für die Wahrheit ausbremsen muss. Damit kommt er zu kurz. Er findet keinerlei Gehör, tut aber alles für Nicholas. Das Zweiergespann soll wohl erinnern an Woodward und Bernstein, die Journalisten, die den Watergate-Skandal aufgedeckt haben („Die Unbestechlichen“, 1979). Leider ist in dieser Handlung kein Platz neben Nicholas, und so muss Finley sterben, ohne, dass das jemanden ernsthaft zu stören scheint.

Mark Hunter wird auf der Seite des Bösen inszeniert. Er geht über Leichen, um seine Karriere zu befördern. Stets mit beteiligt an den erfolgreichen Verurteilungen ist Lieutenant Merchant, der als Polizeioffizier die Verhöre durchführt. Dieser hat die Rolle der rechten Hand Satans, der sich für kein Verbrechen zu schade ist. Die Rolle des Bösen ist so auf zwei Figuren aufgespalten: Hunter, das Charismatisch-Attraktive, das im Sinne einer Gerechtigkeit auftritt und beliebt ist. Merchant, der Mann fürs Schmutzige, der keine guten Seiten hat, wo schreckliches passiert, wenn er auftaucht. So wie Finley ist Merchant – der Finley bei der Filmhälfte tötet –eine flache, unglaubwürdige Figur.

Ein Plan geht nicht auf

Nicholas glaubt Hunter der Betrügerei nur überführen zu können, indem er sich bei einem frischen Mord als Verdächtiger inszeniert. Nur Finley offenbart er, dass sein eigentliches Ziel nicht ist, die Machenschaften des Bösen zu beenden, sondern der Pulitzer-Preis. Entsprechend geht er aufs Ganze. Mit Finley im Schlepptau kauft er die Requisiten auf, die als Indizien suggerieren sollen, er sei der Mörder. Finley filmt also mit einer eigens gekauften Kamera, wie passende Jogginghose, eine passende Tatwaffe, eine Sturmhaube, ein Pfefferspray und die extrem seltenen Turnschuhe erworben werden. Sogar ein Foxterrier („Woodward“ darf er heißen) wird gekauft, damit ein authentischer Hundebiss die Beschreibungen des Mordzeugen abrundet.

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Uli in Kunstkultur am 01.11.2011 um 10.56 Uhr

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