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MAThematik be-greifen


Bild: Uli
 (© Eckdose)

Faszinierende Schulausstellung im Gymnasium in Dinkelsbühl

In allen möglichen Facetten ist eine praxisnahe Mathematik in der Ausstellung „Mathematik be-greifen“ dargestellt. Das Schulprojekt am Gymnasium in Dinkelsbühl wurde anlässlich des „Jahres der Mathematik“ von zwei Lehrkräften initiiert. Direktorin Ruth Reuter gab sie am Dienstag für die Öffentlichkeit frei.

Voll mit Stellwänden, Anschauungsbeispielen und gut verständlichen Erklärungen ist die Aula im Hauptgebäude. Als roter Faden ziehen sich die Alltagsanwendungen hindurch – eine Darstellung, wie sie im verschulten Unterricht bislang meist noch fehlt, aber immer mehr am Kommen ist. Verknüpft mit bekannten und unbekannten, skurrilen und trivialen Umsetzungen weckte die Ausstellung sofort das Interesse der Schüler. Hier wurde betrachtet und gelesen, nachgerechnet und mitgedacht. Damit konnten die Initiatoren Curt Bauer und Uwe Hoffmann aufzeigen, dass das Spiel mit Zahlen und Formen keine Sache ist, die alleine auf Schulbücher begrenzt bleiben muss.

Aus dem Griechischen stammt das Wort „Mathematik“, das ursprünglich einfach „Wissenschaft“ meint und ist in unserem Sprachgebrauch zunehmend in der Bedeutung auf den schulischen Fachgebraucht um Algebra und Geometrie, der „reinen Mathematik“, eingeengt worden. Dem größeren Feld der „angewandten Mathematik“ ist ein besonderes Augenmerk der Ausstellung gewidmet, wie die Schulleiterin in ihrer Begrüßungsrede betonte.

Mit einem Steifzug durch die Geschichte veranschaulichte sie, dass Rechnereien bereits seit der Steinzeit die Menschen beschäftigten. Bereits 1780 vor Christus sei Multiplizieren und Dividieren bekannt gewesen, lange also bevor um 1550, dem Todesjahr Adam Rieses, die ersten Rechenbücher in Deutschland erschienen. Curt Bauer ergänzte dazu, dass bereits 2000 Jahre vor Pythagoras Rechnungen mit dessen Satz zum Dreieck existierten und schon 30 000 vor Christus die Primzahlen bekannt gewesen seien. So alt wie die Menschheit ist also die Faszination an dem Fach, das die Schule nun in den Mittelpunkt rückte.

In die verschiedenen Felder der Ausstellung leiteten Bauer und Hoffmann die Gäste ein. Ein Beispiel für Boole’sche Algebra, das „Sieben-Lampen-Problem“ ist als elektronisches Spiel aufgestellt – und auch als Programm auf der Netzseite des Gymnasiums abrufbar. Das statische Problem des Überhangs ist ebenso mathematisch lösbar und erklärt. Mit Graphentheorie lassen sich die schönsten Herzen und Spiralen formen, was, so Bauer, wohl am ehesten das Interesse der Schüler wecken dürfe. Navigationsgeräte funktionieren mit ähnlichen Formeln und sind aus dem Alltag nicht wegzudenken.

Täglich von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr ist die Ausstellung für Besucher zugänglich.

Spiele stehen neben süßen Beispielen: Ein Pi-Kuchen lockt neben einem Rechner, mit dessen Hilfe man sein Geburtsdatum in den ersten dreißig Millionen Nachkommastellen der Kreiszahl finden lassen kann. Verknüpft mit einem Preisausschreiben ist das Phänomen des Schätzens. Der Besucher darf überlegen, wie viele Bonbons in einem Glaszylinder enthalten sind.

Hinter einer Fahrbahn für quadratische Räder wird der Satz des Pythagoras mit Ritter-Sport-Schokoladentäfelchen veranschaulicht, um einzuleiten in die bunte und faszinierende Welt der Fraktale, die ihren Aufbau an jeder Stelle bis in die Unendlichkeit wiederholen. Ähnliches stellte Hoffmann vor, der die Unendlichkeit mithilfe der Optik begreiflich machte: Ein begehbares Prisma und eine Geldvermehrungsmaschine sind ausgestellt.

In der ersten Pause gleich stürmten die Schüler die Stellwände, lasen und spielten, begriffen und verstanden. Etwas ganz anderes, als der spröde Stoff. Dabei ist das hier eigentlich identisch, nur eben anschaulicher. Elternbeirat Stefan Behrens meinte gegenüber des MAT-Magazins, dass, wenn sich die Schulmathematik früher in diesem Rahmen bewegt hätte, sei das Interesse an dem Fach größer gewesen. Neue Ansätze zur Wertsteigerung der Mathematik gebe es ja schon, wie etwa das ehrgeizige Lehrerprojekt „Sinus“.

Den Gymnasiasten gefällt die Ausstellung. Dass daher seine Kollegen die Ideen und Materialien für den Unterricht aufgreifen, hofft Curt Bauer sehr. Obwohl er dieses Jahr in den Ruhestand geht, hat er noch nicht resigniert und ist nach wie vor voller Hoffnung, den Schülern die Faszination an der Mathematik nachhaltig weiter geben zu können.

Uli in MAT: Region am 02.04.2008 um 12.10 Uhr

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Kommentare

Kommentar:

@ Hann0r: aber der curty findets klasse

broesel am 03.04.2008 um 19.38 Uhr.


Kommentar:

Der Herr Bauer... nein wie geil ^^

Bosso am 04.04.2008 um 14.12 Uhr.


Kommentar:

@ Uli: war keiner. würd ich sagen
@ brösel: NICHT uninteressant.. doppelte Verneinung und so
denk ich mir dass der Bauer das toll findet... hat das ja maßgeblich mit verursacht wenn ich das richtig verstanden hab.

Hann0r am 04.04.2008 um 14.23 Uhr.


Kommentar:

@ Hann0r: nicht mit ö bitte ich hab eher von mir aus auf der curty und dich geblcikt... ich hab mcih ja von mathe scho recht früh verabschiedet wa

broesel am 05.04.2008 um 12.33 Uhr.


Kommentar:

"oe" is ö für arme
ansonsten... äh... ja... ok. wennde meinst... ^^

Hann0r am 05.04.2008 um 20.28 Uhr.


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