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Der Blog des Goldseelchen-Verlags
für Tagfalter und Nachtdenker

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Der Mensch als Beobachter

Sehnsucht nach Wirklichkeit


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Fotograf: sophie
 (© Eckdose)

Der Mensch ist ein Tier, sagen die Naturwissenschaften. Sein Verstand ist das Ergebnis einer zufälligen Entwicklung. Irgendwann würde die Neurologie, die Gehirnforschung, auch den Ort des Verstandes entdecken. Die Menschheit wäre sogar in der Lage, einmal verständige Geräte zu bauen. Geräte mit Bewusstsein.

Der Mensch ist ein Grenzwesen, sagen manche Gläubige. Sein Körper ist der Natur unterworfen. Sein Geist ist unsterblich. Dass der Mensch denken kann, ist nicht die Folge einer natürlichen Entwicklung. Es ist eine Begabung von außen, von einer wirklicheren Ebene.

Die Naturwissenschaften haben ihre Ansichten aus der Beobachtung. Sie sehen Fossilien und Spuren verstorbener Arten. Wie ein Puzzle entwerfen sie Folgen, die eine Entwicklung nachzeichnen. Die Linie führt mit vielen Lücken direkt vom Einzeller zum Menschen mit seinem Verstand. Ein Weg des Zufalls und des gnadenlosen Wettstreits ums Überleben ist diese Linie.

Der Glaube hat seine Ansichten auch aus der Beobachtung. Er sieht Leben, wo Leben unwahrscheinlich wäre. Alles entsteht und vergeht wieder – und doch ist etwas und ist nicht nichts. Ein Sinn zeichnet sich ab, wo Zufälle auch andere Ergebnisse hervorbringen müssten.

Es nutzt nichts, die Sicht der Naturwissenschaft gegen die Sicht des Glaubens auszuspielen. Nicht richtig oder falsch stehen gegenüber. Es sind unterschiedliche Seiten, die betrachtet werden. Zum Streit kommt es, wenn einer annimmt, eine Ansicht würde alles abdecken.

Doch wozu dient all das Beobachten? Ist es ein Sammeln von Beweisen dafür, dass man Recht hat? Niemand gewinnt etwas dadurch, dass er Recht hat. Recht haben alleine ist ziemlich nutzlos. Selbst vermeintliche Beweise helfen nichts. Vor Gericht kann jemand seine Unschuld darlegen. Er würde Recht haben. Doch heißt das nicht, dass seine Mitmenschen von diesem Recht überzeugt werden. Der Sieger vor Gericht kann der Verlierer der Gesellschaft bleiben.

Das Beobachten dürfte eine Suche nach Wirklichkeit sein. Zwar gehen auf das naturwissenschaftliche Beobachten viele technische Entwicklungen zurück. Doch sind Erfinden und Feststellen unterschiedliche Vorgänge. Bevor Kenntnisse genutzt werden können, müssen sie gesammelt werden. Der Erfinder des Wasserrades wird nicht jahrelang gemessen haben, wie viel Kraft 20 Liter Wasser in der Sekunde bei einer Fallhöhe von drei Metern haben. Einer wird festgestellt haben, dass fließendes Wasser ziemlich viele Sachen mitreißt, ohne müde zu werden. Hat der Beobachter vorher überlegt, ein Wasserrad zu bauen? Wohl kaum.

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Uli in st.eckdose am 06.10.2013 um 18.42 Uhr

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